Kurzbeschreibung
Das Seminar ist studiengangübergreifend konzipiert. Es eignet sich gleichermaßen für Germanistik-Studierende für ein Lehramt an Grundschulen, an Haupt- Real-Sekundar- und Gesamtschulen, an Berufskollegs, an Gymnasien und Gesamtschulen sowie für sonderpädagogische Förderung. Das Seminar wird erstens die postkinematografische Gegenwart reflektieren, in der Kinder und Jugendliche nicht mehr allein durch das Kino, sondern durch zahlreiche Medien und Plattformen (Fernsehen, Video, DVD, Blu-Ray und mit dem Internet verbundene Computer und Smartphones) Zugang zu unterschiedlichsten Filmen und audiovisuellen Texten jeglicher Art haben. Zweitens wird eine Schule des Sehens gemeinsam eingeübt, die sich von der Idee leiten lässt, dass der Film selbst bildet. An die Sehschule ist die Vermittlung filmanalytischen Handwerkszeugs gekoppelt. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf filmsemiotischen, neoformalistischen und filmnarratologischen Perspektiven. Drittens werden die Lehrpläne auf ihren Anspruch filmischen Lernens hin diskutiert, filmdidaktische Konzepte vorgestellt und die Anforderungen für den Entwurf einer Unterrichtsreihe erarbeitet. Viertens werden handlungs- und produktionsorientierte Filmbildungsansätze betrachtet und durch Filmpraxis, das Herstellen eines Kurzfilms in Arbeitsgruppen, erprobt.
Lernziele/Kompetenzen
Die Studierenden entwickeln Kriterien zur Auswahl von Filmen und zum Einsatz von Medien in didaktischen Prozessen bezogen auf differenzierte Schulformen und reflektieren Methoden zur Vermittlung von Filmen. Sie lernen Theorien und Konzepte der Filmvermittlung, -aneignung und -bildung kennen, reflektieren und erproben. Sie lernen Filme in verschiedenen medialen Formaten im Hinblick auf ihre Verwendung im schulischen Kontext zu bewerten, zu analysieren und in Vermittlungskonzepte umsetzen. Sie erschließen verschiedene Formen von Vermittlungs- und Aneignungsprozessen und können sie adressatengerecht und theoretisch begründet einsetzen
Teilnahmemodalitäten/Voraussetzungen
Die Bereitschaft sich Filme aus unterschiedlichen Jahrzehnten und Ländern selbstständig anzueignen, verschiedenste Filmausschnitte intensiv zu sichten – d. h. sie mehrfach und unter verschiedenen Perspektiven und Fragestellungen anzuschauen, sich aktuelle filmtheoretische-, -analytische und -didaktische Literatur systematisch zu erschließen. Darüber hinaus wird die Bereitschaft zu Gruppenarbeit und zur Erarbeitung einer Präsentation in enger Ab- und Rücksprache mit dem Dozenten vorausgesetzt. Die Lust einen Film zu drehen, um sich in der experimentellen und medienreflexiven Filmpraxis für den produktionsorientierten Unterricht zu erproben.
Sie müssen in den Masterstudiengang eingeschrieben sein. (Beachten Sie bitte die Einschreibefristen unter Coronabedingungen.)
Studienleistung/Modulprüfung
Als Studienleistung ist eine fachwissenschaftliche 5-seitige Reflexion der in Gruppenarbeit für das Seminar erstellten Präsentation oder der Filmpraxis zu schreiben.
Die Modulprüfung kann aufgrund der Überkreuzregelung entweder als mündliche Prüfung (45 Minuten) oder als schriftliche Konzeptarbeit (15 Seiten) absolviert werden.
LiteraturZur Lektüre empfohlen: Henzler, Bettina/Pauleit, Winfried (Hrsg): Filme sehen, Kino verstehen. Methoden der Filmvermittlung, Marburg: Schüren 2009; Eckert, Lena/Martin, Silke (Hrsg.): FilmBildung, Marburg: Schüren 2014; Müller, Ines: Filmbildung in der Schule. Ein filmdidaktisches Konzept für den Unterricht und die Lehrerbildung, München: kopaed 2012; Bergala, Alain: Kino als Kunst. Filmvermittlung an der Schule und anderswo, Bonn: bpb 2006; Gräf, Dennis/Großmann, Stephanie/Klimaczak, Peter/Krah, Hans/Wagner, Marietheres: Filmsemiotik. Eine Einführung in die Analyse audiovisueller Formate, Marburg: Schüren 2011; Beil, Benjamin/Kühnel, Jürgen/Neuhaus, Christian: Studienbuch Filmanalyse. Ästhetik und Dramaturgie des Spielfilms, München: Fink 2012; Sommer, Gudrun/Hediger, Vinzenz/Fahle, Oliver (Hrsg.): Orte filmischen Wissens. Filmkultur und Filmvermittlung im Zeitalter digitaler Netzwerke, Marburg: Schüren 2011.
- Lehrende:r: Matthias Thiele