Die Entwicklung von Infrastruktursystemen und urbanen Räumen ist nicht getrennt zu betrachten. Der Zugang zu Infrastrukturleistungen spiegelt breitere stadträumliche Beziehungen, Machtverhältnisse und Governancestrukturen wider und bedingt diese. Dies gilt sowohl für Städte mit weitgehend einheitlichen, universell zugänglichen und standardisierten Infrastrukturnetzen als auch für Städte mit heterogenen Infrastrukturkonstellationen, in denen urbane Akteure sich und anderen auf verschiedenste Weise Zugang zu grundlegenden Leistungen verschaffen. Die Stadt des 21 Jahrhunderts macht eben diese Vielfalt zwischen Vereinheitlichung und Heterogenität aus. Für Planerinnen und Planer wirft dies grundlegende Fragen nach der Gestaltung urbaner Räume auf, für deren Beantwortung die unterschiedliche Disziplinen Stadtforschung, Geographie und Ethnologie wichtige Hinweise liefern.
Die Veranstaltung vermittelt einen systematischen Überblick über aktuelle Trends der Stadt- und Infrastrukturentwicklung. Dabei soll das komplexe Zusammenspiel zwischen städtischer Entwicklung, aktuellen Stadtplanungsansätzen und der Entwicklung von Infrastruktursystemen verdeutlicht werden. In der Veranstaltung beleuchten wir dazu unterschiedliche urbane Infrastruktursektoren (Energie, Wasser und digitale Infrastrukturen) und Stadtentwicklungstrends (Megaprojekte und Stadtentwicklung in die Fläche) im Hinblick auf städtische Governance, ungleiche Machtverhältnisse, vielfältige Vorstellungen von Planung und Stadt, sozialräumliche Mobilität und alltägliche Teilhabe.
- Lehrende:r: Marina Betken
- Lehrende:r: Simon Bohlen
- Lehrende:r: Moritz Kasper
- Lehrende:r: Alina-Maria Johanna Oehmen
- Lehrende:r: Sophie Schramm